Mehrmals im Jahr erzählt hier eines unserer Mitglieder über sein Musikantenleben, seine Gedanken zur Musik und seiner Verbindung zum Musikverein Satteins.
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

 

 

Mai 2021 – Reinhold Fink, Posaunist & Urgestein

Lieber Reinhold, wir möchten dich und deinen musikalischen Werdegang vorstellen.

Wie heißt du, was machst du beruflich?
Ich heiße Reinhold Fink, man nennt mich auch Noldi.

Bei der Firma Lorünser erlernte ich den Lehrberuf Werkzeugmacher. Nach meiner Gesellenzeit im Werkzeugbau zog es mich beruflich nach Liechtenstein, dort arbeitete ich in weiterer Folge 33 Jahre lang bei der Fa. Presta in verschiedensten Funktionen.

Seit 2 Jahren genieße ich meine Pension. Die gemeinsame Zeit mit meiner Gattin Herma sowie das Arbeiten im Holz genieße ich jetzt in vollen Zügen! Von Ruhestand kann man also noch nicht sprechen… 

 

Wie würdest du dich selbst mit wenigen Worten charakterisieren?
Ich bin grundsätzlich traditionell eingestellt. Veränderungen begegne ich anfangs vorsichtig und vermutlich auch etwas kritisch.
Umso mehr freut es mich, wenn ich nach einer gewissen Zeit selber positiv überrascht werde.

Wenn es jemandem schlecht geht, kann ich nicht tatenlos zusehen. Ich engagiere mich gerne und helfe auch ungefragt, wenn Hilfe benötigt wird.
Besonders ausdauernd kann ich bei Festen, gemütlichen Abenden mit Musikanten und ähnlichem sein. Manche sagen mir sogar nach ein „Hockfüdla“ zu besitzen.


 

Wann und warum bist du Musikant geworden?
1972 wurde ich als Jungmusikant beim Musikverein aufgenommen.
Mein Debut feierte ich bei einem Faschingsball im damaligen „Gasthaus Schäfle“ (Anm. heutiges Gemeindeamt) Dort durfte ich auf dem Waldhorn vorspielen.

So manche Musikanten hinterließen einen prägenden Eindruck bei mir. So zählten etwa mein Bruder Georg, Ernst Bischof (damaliger Fähnrich), Bruno Seidl (damaliger Obmann) sowie Edwin Malin (damaliger Kapellmeister) zu unvergesslichen Weggefährten.

Beeindruckend fand ich auch Josef Dobler sen. alias „Susanns Pepi“. Als Holzer war es damals üblich nach der Arbeit direkt vor Ort zu nächtigen. In die vorbereitenden Musikproben für den Wettbewerb in Innsbruck lief Pepi zwei Mal die Woche vom Satteinser Gulm in die Probe und am nächsten Morgen wieder hinauf zum Holzen.

Vermutlich habe ich auch „Musik im Blut“ – so waren doch meine Vorfahren mütterlicherseits aus dem Südtirol bereits Musikanten. Mein Vater spielte die Harmonika, veräußerte diese jedoch um uns Kinder ein Tretauto zu schenken und uns so eine Freude zu machen!

Ich spiele sehr gerne in Gruppen, da mir Kameradschaft viel bedeutet. Solos sind absolut nicht meines. Ich gebe gelegentlich Witze zum Besten und bin für so manchen Jux zu haben. Wichtig ist mir die Leute so zu akzeptieren wie sie sind – ich freue mich über die Vielfalt in unserem Verein.

 

 

Was verbindet dich mit dem Musikverein?
Seit beinahe 50 Jahren bin ich aktiver Musikant, meine beiden erwachsenen Kinder Theresia und Matthias waren beide
bis zum Studium beim Musikverein.In diesen vielen Jahren lernte ich den Zusammenhalt und die Kameradschaft unter den Musikantinnen und Musikanten zu schätzen.

Das gute Miteinander von Jung und Alt finde ich spitze!
Bis in die Achtzigerjahre gab es noch keine Mädchen und Frauen beim Verein.
Dies hat sich zum Glück geändert. Seit wir eine „gute Mischung“ haben, macht es richtig Spaß.

 

Welches ist eines deiner schönsten Erlebnisse als Musikant?
Da gibt es viele beeindruckende Erlebnisse. Ob es nun die Musikreisen nach Holland & Frankreich,
diverse Big-Band Auftritte in Deutschland, oder zuletzt der Ausflug in den Schwarzwald waren – ich bin bei allen Aktionen mit Leib und Seele dabei gewesen!

Unvergessen bleiben für mich auch der Ausflug zum Live-Konzert der Original Oberkrainer nach Slowenien, sowie das überraschende Ständle des MV-Satteins zu meiner Pensionierung! Ihr seid einfach spitze!

Mein langjähriger Kumpel und Musikkollege Johannes Tschann fragte mich einst: „Wie lange hast du eigentlich vor bei der Musik zu bleiben?“ Da trafen wir beide die Vereinbarung: „Wir bleiben so lange wir Zähne haben!“


 

 


 

Der 1. Mai - Tag der Blasmusik – jährte sich wieder. Was verbindest du damit?
Bereits als Kind verkaufte ich als „Groupie“ Kärtchen an die Dorfbevölkerung und lief der Musikkapelle voller Freude hinterher.

Dieser Tag steht jeweils im Zeichen des Vereins, der Kameradschaft. Jeder Musikant ist voller Energie bereits am frühen Morgen dabei.
Mit unseren schönen Klängen geben wir dem Dorf etwas zurück und erfreuen die Bevölkerung.
Über die Jahre ergaben sich viele lieb gewonnene Verpflegungsstationen, teilweise jedes Jahr fix –
viele Leute freuen sich bis die Musikanten vorbeikommen und anschließend bei ihnen spielen, trinken und essen.

Mit 3 Ausnahmen (1x krank, 2x Pandemie) konnte ich sämtliche Ausrückungen am 1. Mai miterleben.

Auch am 1.Mai 2020 gedachte ich auf meine persönliche Art der Tradition des Maiblasens.
Meine Frau Herma hatte sprichwörtlich auch den „Elender“, ihren armen Mann in voller Tracht auf dem Balkon zu sehen.


 

Welche Musikliteratur liegt dir besonders am Herzen?
für mich ganz klar: Polka und Märsche – das ist meine Welt.
Oder einmal ein schöner Walzer, da werde ich wehmütig und denke an vergangene Tage.

Welche Instrumente kannst du spielen, und in welchen musikalischen Formationen hast du bereits mitgewirkt?
Ventilposaune und Zugposaune, Waldhorn

musikalische Formationen:
Firmenmusik Lorünser (ca. 15 Personen, eigenes Probelokal und Firmeninstrumente)
Musikverein, Bauernkapelle & Big Band Satteins, Prinz Albert Kapelle, Firmenmusik Presta


 

Wie geht es dir während der Pandemie?
Keine Musikproben, keine Auftritte, unser Terminkalender ist derzeit leer!
Mir geht die Musik schon gewaltig ab. Ich habe zwar zuhause im und ums Haus Arbeit genug,
aber die Gemeinschaft fehlt mir sehr.


Firmenmusik ehem. Firma Lorünser

 

 


WORDRAP…
Als Kind wollte ich …     unbedingt ein Haus bauen. Ich freute mich sehr auf ein eigenes Grundstück samt Haus.
Mein Lebensmotto ist …    einfach zufrieden sein, mit dem was man hat. Energie tanke ich … durch meine Frau Herma und meine Kinder Theresia und Matthias.
Ein Leben ohne Musik …    wäre eigentlich keines. Für mich nicht denkbar!



Lieber Noldi, vielen Dank für dieses Interview und den schönen Abend!