Aus der Vereinsgeschichte des Musikvereins Satteins

Schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in vielen Gemeinden unseres Landes
Musikkapellen, die sich allerorts größter Beliebtheit erfreuten. Die Gründung unserer
«Musikgesellschaft» verdanken wir einem von hohen Idealen beseelten Manne.
Mit 65 Jahren schrieb der Gründer Anton Huber (s`Nella Toni) unter anderem in seinem
Lebenslauf: «Ich lebte in diesen 10 Jahren stets für Musik und Gesang, und im Jahr 1862, im
Fasching, gründeten wir hier in Satteins die erste Musik. Ich und noch 11 meinesgleichen. Nun,
das war mein ganzes Leben. Ich arbeitete Tag und Nacht, schrieb Noten, und alles besorgte
ich, was dazu erforderlich war.»
Gründer A. Huber leitete den Verein als Kapellmeister bis zum Jahre 1875. In launiger Weise
berichtet der Gründer über sein erstes Konzert, das in der Hausbündt unserer jetzigen
Fahnenpatin Frau Kornelia Kubo-Mennel abgehalten wurde. «Das Programm bestand aus einer
Ouvertüre («Die Nachtwandlerin») und fünf bis sechs Märschen. Das Konzert mußte von den
13 wackeren Musikanten öfters wiederholt werden. Most, Wein aus verschiedenen Satteinser
Gegenden und «Selbstbrennta» trugen so sehr zur «geistigen Stimmung» bei, daß viele
Bauern das Viehfüttern vergaßen und feierten, bis die Nacht hereinbrach.
»Im Jahre 1906 wurde die «Musikgesellschaft» auf «Bürgermusikverein Satteins» umbenannt
und die Vereinsstatuten erstmals schriftlich festgelegt.1907 wurde eine Vereinsfahne
angeschafft, die Patenschaft übernahm in großherziger Weise die Fabrikantensgattin, Frau
Elisabeth Metzler, und als 1. Fähnrich wirkte Jakob Dobler (Sternenwirt).

Der Erste Weltkrieg bewirkte einen starken Rückschlag in den Vereinstätigkeiten. Viele
Musikanten wurden zu den Waffen gerufen und kehrten nicht mehr heim. Im Jahre 1919 nahm
der Verein die Agenden wieder auf, doch wertvolle Kräfte fehlten in den Musikantenreihen.
Durch die Wahl des Lehrers Rudolf Nasahl zum Kapellmeister erfuhr der Verein einen
bedeutenden Aufschwung. Eine gezielte Mitgliederausbildung ermöglichte auch ein Auftreten
außerhalb der Gemeindegrenzen. Erstmals war es im Jahre 1924 durch Unterstützung der
Gemeindebevölkerung möglich, neue Instrumente anzuschaffen.1928 konnte der Verein sein
65-jähriges Gründungsfest feiern
. Mit dieser wohlgelungenen Veranstaltungen wurde das
Startkapital für eine einheitliche Kleidung geschaffen. Drei Jahre später erhielt der Verein neue
blaue Uniformen.

Die kriegerischen Wirren von 1938 warfen ihre Schatten voraus. Die musikalische Tätigkeit
hörte 1940 beinahe von selbst auf, als immer mehr Musikanten zur Wehrmacht einberufen
wurden. 1946 gingen ein paar begeisterte Musikanten mit viel Mut und Idealismus an die
Aufgabe, den Verein vollkommen neu aufzurichten. Lehrer Herbert Kathan leistete neben
anderen Funktionären wichtige Aufbauarbeit. 1949 wagte der Verein erstmals wieder die
Teilnahme an einem musikalischen Wettstreit, ein 2. Rang in der Unterstufe war beschieden.
Im gleichen Jahr übernahm der schon vor dem Krieg mit Erfolg tätig gewesene Kapellmeister
Edelbert Morscher die musikalische Leitung. Unter seiner Führung erlangte der Verein
kontinuierlich schöne Erfolge. 1954 übernahm Edwin Malin die Kapellmeisterstelle und der
verdiente Kapellmeister E. Morscher wurde zum Ehrenkapellmeister ernannt.
Im Jahre 1958 nahm unser Verein die Herausforderung, Musikstücke auf Band zu spielen und
somit das eigene Können einem breiteren Kreise zugänglich zu machen, an. Drei Märsche
«Schemua», «Ruetz», «Frisch auf» und die Ouvertüre «Jagdschloß Waldenbuch» wurden an
einem Abend aufgenommen.
Die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung der Musikanten zeigte bald eine sprunghafte
Aufwärtsentwicklung an. Beachtliche Erfolge im In- und Ausland waren die Folge dieser
gedeihlichen Arbeit.
Wohl ein Höhepunkt dieser erfolgreichen Entwicklung erlebte der Verein in den Jahren 1960-61
mit der Teilnahme am 1. Gesamtösterreichischen Rundfunkwettbewerb. In einem Auswahlspiel
in der Messehalle Dornbirn erreichte der Verein durch viel Mühe und Fleiß trotz größter
Konkurrenz das Ziel. Der Musikverein Satteins wurde auserwählt, das Land Vorarlberg beim
Österreichischen Rundfunkwettbewerb am 15. +16. April 1961 in Innsbruck in der Mittelstufe
zu vertreten.

Kpm. Malin schreibt in seinem Tätigkeitsbericht 1961: «Am Faschingssonntag spielten wir die
neue Ouvertüre das erste Mal vor der Öffentlichkeit. Mir war nicht besonders wohl zumute, als
ich dachte, in acht Wochen stehen wir vielleicht mit dieser Ouvertüre in Innsbruck auf der
Bühne. Aber vielleicht war gerade das der Grund, daß alle nachher einsahen, wie notwendig
nun die Proben waren, damit wir in Innsbruck nicht an letzter Stelle stehen würden. Nun gab
es nur eines, zusammenhalten, proben und noch einmal proben. So wurden in 6 Wochen 36
Proben (16 Gesamt- und 20 Registerproben!) abgehalten.»
Unser Verein trat mit 28 Mann am 15. April 1961, um 16.15 Uhr auf die Bühne und spielte den
Marsch «Spielmannsgruß» und die Ouvertüre «Pastorale» von Paul Huber. Das lange Warten
und ungewisse, bange Hoffen auf eine vordere Plazierung wurde am Sonntag um 14.30 Uhr
jäh beendet. Mit pathetischer Stimme verkündet der Sprecher im Innsbrucker Stadtsaal: «Aus
dem Blasmusikwettbewerb des Österreichischen Rundfunks ist der MV Satteins in der
Mittelstufe mit 456 von 480 erreichbaren Punkten als beste Kapelle Österreichs hervorgegangen.

Grenzenlose Freude, strahlende Gesichter und viele, viele wortlose Händedrücke waren Dank
und Lohn guter und echter Kameradschaft. Mit einem riesigen Empfang der ganzen
Bevölkerung, der aufspielenden Jungmusikanten, aller Ortsvereine und befreundeter Kapellen
wurde den zurückkehrenden Musikanten die Wertschätzung und Freude entgegengebracht. Die
ersten hundert Jahre Vereinsgeschichte fanden mit diesem denkwürdigen und einmaligen
Ereignis einen würdigen Abschluß. Der Alltag nahm für die Satteinser Musikanten wieder den
gewohnten Lauf. In den nächsten Jahren bis 1965 beteiligte sich der Verein an drei
Wertungsspielen (1963 beim Bezirksmusikfest in Altenstadt erstmals in der Oberstufe) und
errang jeweils ausgezeichnete Erfolge. Das Jahr 1965 stellte ebenfalls einen Höhepunkt in der
Vereinsgeschichte dar. Der Musikverein wurde von der Vlbg. Turnerschaft eingeladen, als
Festmusik und musikalischen Vertreter der Bundesländer bei der 4. Gymnastrada, vom 20.-24.
Juli in Wien, mitzuwirken. Die Gymnastrada ist ein Weltfest für Turner, das weniger die
Einzelleistung wie bei Olympischen Spielen zum Ziel hatte, sondern die gesamte Breite der
turnerischen und gymnastischen Erziehungsarbeit. Über 15 000 junge und junggebliebene
Menschen aus 42 Staaten der Erde beteiligten sich an dieser Großveranstaltung. «Die Tage der
Gymnastrada in Wien zählen zu den erhebendsten und eindrucksvollsten, die unsere
Vereinsgeschichte kennt», meinte ein begeisterter Kapellmeister Edwin Malin. Der Verein
probte weiterhin zweimal wöchentlich. Drei Rundfunkaufnahmen «Hephaistos», eine Ouvertüre
von Bodijn, «Hoch dem Ländle» und «Hoch Vorarlberg», Märsche rundeten den Erfolg des
Jahres 1965 ab. Die alljährlichen Wertungsspiele in der Konzert- oder Marschmusikwertung
waren für uns stets musikalische Herausforderungen, denen insgesamt sehr gute Kritiken
beschieden waren.

1966 musizierten wir gemeinsam mit den Kollegen aus Mauren (Fürstentum Liechtenstein),
zusammen 70 Mann, was große Beachtung fand. Die Stadt Überlingen war unser nächstes
Stelldichein, anläßlich eines Dreiländertreffens der Bodenseestaaten. 1970 folgten wir einer
Einladung zum Frühlingsfest der Stadt Aix en Provence bei Marseilles in Frankreich. Mit
unseren musikalischen Darbietungen in unserer schmucken Winzertracht erweckten wir
begeisterte Aufnahme. Nur allzu lebhaft sind heute noch manche lustige Begebenheiten in
Erinnerung. Die «Tollen Tage» im Jahre 1971 in Duisburg wurden für uns Musikanten zu einem
besonderen Spektakel närrischen Treibens. Rosenmontagsatmosphäre in diesem Ausmaß war
sogar für uns eine Nummer zu groß. Übermütiges Narrenvolk winkte, sang und jubelte in
einem 7 km langen Umzug bei miserablen äußeren Wetterverhältnissen. Einige durchbrachen
die Polizeiabsperrungen, rannten quer durch die vorbei marschierenden Spielgruppen,
umarmten den erstbesten Musikanten, setzten ihm eine Flasche Schnaps zum «Suff» an, oder
närrische Damen verküßten nach Herzenslust unsere «braven Musikanten».

Im gleichen Jahr spielten wir Prof. Paul Hubers Neukomposition «Fantasie in C» beim
Bezirksmusikfest in Sulz. Die Interpretation derselben gelang uns recht eindrucksvoll. Wie im
Wertungsbericht nachzulesen, bekräftigte die Jury ihr Urteil neben positiver Kritik mit folgender
Feststellung: «Dieser Klangkörper setzte einen absoluten Maßstab für eine ausgezeichnete
Oberstufenkapelle. Mit der «Fantasie in C» von Paul Huber wurde ein herrliches Bläserstück
vorgestellt. Das Orchester machte als gesamter Klangkörper wie auch im
kammermusikalischen Einsatz einen ausgeglichenen Eindruck.» Der nächste Auftritt war ein
Kirchenkonzert der vereinigten Kapellen von Mauren und Satteins als 70 Mann starkes
Großorchester. Auf dem Programm standen ausgewählte Werke alter Meister und vor allem
Kompositionen von Prof. P. Huber, der es durch geschickte Instrumentierung vorzüglich
verstand, Blasinstrumente wie Orgelregister zum Klingen zu bringen. Der Kirchenraum selbst
verlieh den Kompositionen eine grandiose Klangfülle und Wirkung.
Ein weiteres großes Reiseerlebnis führte uns im gleichen Jahr zum internationalen
Trachtentreffen in St. Dje (Frankreich). Zu einem freundschaftlichen Treffen wurde ein
Musikfest in Naturns (Südtirol). Wir musizierten begeistert mit unseren Freunden und dankten
für deren herzliche Gastfreundschaft.
Ein weiterer musikalischer Höhepunkt gelang dem Verein mit einem Kirchenkonzert mit
Werken aus dem 16.-18. Jhdt. Besondere Ehrung erfuhr der heimische Künstler Pater
Laurentius von Schnifis durch die Aufführung seiner Werke. Durch die Mitgestaltung des
Schülerchores der Hauptschule sowie zweier Sprecher wurde das Konzert zu einer erhebenden
Feierstunde.

Nicht vergessen wurde auch in diesem Jahrzehnt, langjährigen Funktionären und Mitgliedern
für deren verdienstvolle Tätigkeit und Treue zum Verein entsprechende Ehrungen und
Dankesworte zuzuerkennen.
Das Jahr 1973 stand ganz im Zeichen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 110-jährigen Bestand.
Arbeitsintensive Vorbereitungen und der Zusammenhalt in vorbildlich kameradschaftlicher
Weise waren Garant für wohlgelungene Festlichkeiten. Besondere Freude und Ehre wurde uns
Musikanten zuteil. Unser Ehrenmitglied und Altbürgermeister Karl Mündle übergab uns als
Anerkennung und Dank für das jahrzehntelange erfolgreiche Wirken der Vereinsmitglieder und
die selbstlose überragende Tätigkeit unseres Kapellmeister eine neue Vereinsfahne. Die neue
Fahne, nach Entwürfen des Götzner Graphikers Hugo Ender gestaltet, wurde durch Handarbeit
in selbstloser Arbeit von Schwester Mercedes und einer Mitschwester im Kloster Schlehdorf
gefertigt. Dieses einzigartige Kunstwerk stellt auf der einen Seite einen streng stilisierten in
festlicher Tracht gekleideten Bläser dar. Die Fahnenfläche der anderen Seite wird beherrscht
durch das Wappen von Satteins. Uns Musikanten ist dieses Geschenk Verpflichtung in unserem
Bemühen, die Vereinsarbeit unserer Vorfahren, deren Ideen und Zielsetzungen erfolgreich
fortzuführen.
Die folgenden 15 Jahre sind geprägt von unvergeßlichen Auftritten im In- und Ausland und von
einer sehr erfolgreichen Vereinstätigkeit. So durften wir die ehrliche Begeisterung bei den
Auftritten in Vichy, Metz und Paris erfahren, als wir altösterreichische Melodien und vor allem
Wiener Walzerklänge zu Gehör brachten. Herzliche Gastfreundschaft wurde uns in Ottersum in
Mittelholland zuteil.

Ein musikalisches «High-Light» stellte die Aufnahme der Schallplatte «So klingt’s bei uns in
Satteins» mit 15 Titeln dar. Nachbarlichen Boden betraten wir in der Live-Sendung des ZDF im
Sommer 1976, «die Musik kommt» mit Maria Hellwig. Ein großer ORF-Frühschoppen brachte
uns und unser Dorf einem breiten Publikum nahe. Herrliche Eindrücke erfreuten uns
Musikanten beim Winzertreffen in Lugano, als blumengeschmückte Wagen und Fußgruppen in
originalen Trachten deren Kultur- und Naturschönheiten zur Schau stellten. Beim «1.
Gesamtösterreichischen Blasmusiktreffen» in Wien im Juni 1980, wirkten wir gemeinsam mit
den Musikanten aus Altenstadt und Nüziders mit, als mehr als 4 000 Musikanten unsere
Bundeshauptstadt in eine unvergeßliche Klangwolke verwandelten.
Als musikalische Kostbarkeit ist die Mitwirkung bei den KMOCH-Blasmusik-Festspielen in Prag-
Kolin im Sommer 1981 einzustufen. Die «Goldene Stadt» Prag empfing uns Musikanten zu
einem 3-tägigen Aufenthalt. Unser Spiel im ehrwürdigen Julius-Fucik-Park fand mit Melodien
von J. Strauß, Wiener Potpourries und altösterreichischen Märschen großen Gefallen. Allen
Musikern in bester Erinnerung ist der nächtliche Auftritt der Prager Gardemusik. Der
Stellenwert der Blasmusik wurde uns eindrucksvoll vordemonstriert. Das mit beispielhafter
Disziplin und mit höchster Musikalität dargebotene Spiel machten der Bezeichnung von «der
Wiege der Blasmusik» alle Ehre.
Ein weiterer Meilenstein in der Vereinschronik ist mit dem Fest zum 125-jährigen Jubiläum
verbunden. 125-jähriges Bestehen, Musizieren in kameradschaftlicher Verbundenheit waren
Anlaß in Dankbarkeit Rückschau zu halten und mit neuem Mut und Zuversicht für die jüngere
Generation weiterzuarbeiten.

Neue Probenräumlichkeiten im Vereinshaus 1994
Das Datum, Sonntag, 11. September 1994, wird in der Chronik des MV Satteins als ein
Zeichen besonderer Freude und Stolzes festgehalten. Mit dem Bau des Vereinshauses «Alte
Säge» hat sich der Wunsch nach einem eigenen Musikheim erfüllt. Durch den selbstlosen und
unerschütterlichen Einsatz und Mitarbeit der vereinseigenen Baufachleute (mehr als 7 000
Std!) wurde das multifunktionale Vereinshaus nach zweijähriger Bauzeit bezogen und feierlich
eröffnet. Für uns Musikanten stellt dieses Bauwerk zurecht ein «Jahrhundertereignis» dar. Es
ist uns Verpflichtung im weiteren Wirken zum Wohl unserer Dorfgemeinschaft.

 

Jubiläumsjahr 2002
Im Jahre 2002 feierte der Musikverein Satteins sein 140 - jähriges Bestandjubiläum. Diverse
Veranstaltungen während des Vereinsjahres wiesen auf dieses Ereigniss hin. Das Jubiläumsfest
am 7. und 8. September 2002 wurde in Form eines Zeltfestes durchgeführt. Mit einem
Sternmarsch der Musikkapellen Frastanz, Göfis, Schlins, Schnifis und Übersaxen wurde der
Festabend eingeleitet, nachdem die Eisenbahnermusik Bludenz den Seniorennachmittag im
Festzelt musikalisch mit Bravour gestaltete. Der Musikverein Seewalchen am Attersee spielte
das Festkonzert. Die Partyband "mittendrin" brachte das Festzelt dann ins brodeln. Zum
verlängerten Frühschoppen am Sonntag spielten die Musikkapellen Seewalchen, Ladis und
Mauren auf. Mit dem Duo "Die Bregenzerwälder" wurde der Festausklang gestaltet. Das
Jubiläumsfest konnte als großer Erfolg in der Vereinsgeschichte eingetragen werden.
Den Abschluß des Jubiläumsjahres bildete das Kirchenkonzert in der Pfarrkirche Satteins. Unter
dem Motto "Ein Plädoyer für die Menschlichkeit" wurde von allem auf die Notsituation von
Kindern in der Welt hingewiesen.

Dank an unseren Ehrenkapellmeister
Prof. Edwin Malin, Ehrenkapellmeister
Die Vereinsgeschichte des Musikvereines Satteins ist seit einem halben Jahrhundert mit dem
Namen Edwin Malin verbunden.
1947 trat Edwin Malin dem Verein als Mitglied bei. Im Jahre 1954 übernahm Edwin, 22-jährig,
die musikalische Leitung des Vereins. Sein unermüdlicher Lerneifer, seine Aufgeschlossenheit
gegenüber neuen Strömungen und sein Drang zur ständigen Weiterbildung sollten Grundlagen
sein für seine mehr als vier Jahrzehnte dauernde erfolgreiche Kapellmeistertätigkeit.
Die Dirigentenära Edwin Malins ist geprägt von hoher Musikalität und zeichnet sich aus durch
eine klare einfache Stabführung. Seine Dirigiersprache ist kompromisslos zwingend im
Rhythmus, doch auch freigiebig kreativ im Gestalten und Musizieren. Das selbst auferlegte
hohe Maß zur Perfektion fordert wohl den einzelnen Musikanten, stellt ihn aber nie über das
Gesamtkollektiv.
Edwins profunde Kenntnisse der Blasmusikliteratur werden in den jährlichen Cäcilia-Konzerten
bei seinen Vereinen in Satteins und Mauren hörbar und in dankenswerter Weise von vielen
Dirigentenkollegen geschätzt.
Sein Wissen und der Ideenreichtum in der praktischen Musizierarbeit stellt Kpm. Edwin Malin
dem Vorarlberger Blasmusikverband seit 1966 in verschiedenen Funktionen zur Verfügung. Als
Landeskapellmeister, seit 1983 bis heute, weiß er wie kein anderer um die Sorgen und Nöte
der heimischen Kapellen. Sein Engagement für den Kapellmeisternachwuchs, dessen
Fortbildung sowie die Einrichtung eines Blasmusik-Tonstudios sind selbstredende Beispiele
seiner zukunftsorientierten Arbeit.
Neben den musikalischen Qualifikationen schätzen wir Musikanten seine menschliche Größe.
Die persönliche Ansprache, sein pädagogisches Geschick sowie besondere Menschenkenntnis
lassen uns seine eigene Begeisterung verspüren und sind für uns Motivation. Die CDEinspielung
in unserem neuen Probelokal ist ein weiterer Beweis für die motivierte Arbeit im
Verein. Unser aller Dank gebührt unserem Kapellmeister, der durch sein unentwegtes Betreiben
und persönlichen Einsatz diese CD-Einspielung «Sag’s mit Blasmusik» ermöglichte.
Gleichermaßen geschätzt wie anerkannt wird die Meinung Edwin Malins als Wertungsrichter.
Ehrenvolle Einladungen aus dem In- und Ausland wie etwa zum Eidgenössischen Blasmusikfest
in Lugano und andere bekräftigen dessen Ruf als ausgewogenen und fachlich fundierten
Kritiker.
Landeskapellmeister Edwin Malin wurde für 48-jährige Mitgliedschaft, über 40-jährige
Kapellmeistertätigkeit im Musikverein Satteins und 35-jährige Kapellmeistertätigkeit in Mauren
mehrfach geehrt. Der Vlbg. Landes- und Österreichische Blasmusikverband würdigten seine
vorbildliche Tätigkeit mit der Ehrenmitgliedschaft und weiteren höchsten Auszeichnungen.
Seiner Gattin Sigrid und seiner Familie möchten wir Musikanten für die vielen Stunden seiner
Abwesenheit im Dienste der Blasmusik ein herzliches «Danke» aussprechen.
Wir wünschen Edwin noch viele Jahre in bester Gesundheit und weiterhin viel Freude am
musikalischen Schaffen!


 

 

2012
150 Jahre Musikverein Satteins: Satteins richtet das Feldkircher Bezirksmusikfest aus

 

2014
Taktstockübergabe im Rahmen des Cäciliakonzerts an Kapellmeister Bernhard Rohrer